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Kulturspaziergang

Vier Tage

Budapest,

eiskalt

Zwei Tagesausflüge nach Gödöllő und Esztergom, auch dort eiskalt


Die Große Markthalle in Budapest
Foto: Edward John Semon



Diese Tage kurz vor Jahresschluss 2025 waren eisig kalt - das hatte es (wahrscheinlich) in der ungarischen Hauptstadt selten gegeben. Als ich mit meinem Freund vor etlichen Jahren schon mal dort war (das muss Ende Februar/ Anfang März gewesen sein) empfanden wir es nicht annähernd so eisig kalt wie dieses Mal; vor allem quälte dieser eisig-schneidende Wind beim spaziergehmäßigen Erkunden der Stadt... Gottlob hatten wir ja noch die absolut gängigen touristischen Hotspots "von früher" in Erinnerung, sodass wir keinerlei Lust mehr auf diese hatten; also nochmal alles das? Nein, danke!

Die Ferienwohnung, die wir gebucht hatten, war soweit in Ordnung - mitten in der Innenstadt nahe der Großen Markthalle [s. Foto o.re.]. Und wo wir dort vor etlichen Jahren, wie schon angemerkt, fast täglich einkaufen waren, war es dieses Mal etwas zum Negativen hin verändert; z.B. keine Fischstände mehr, also kein Frischfisch (Ungarn liegt auch nicht am Meer), schade; doch dafür gabs an etlichen Ständen original-ungarisches Gulasch zu essen, eine gute Idee bei dieser Eiseskälte, war zwar völlig überteuert, doch egal, es schmeckte einfach köstlich. Allerdings: zu viele Touris rings umher, man kam vor lauter Menschenbrei die engen Gänge kaum noch vor- und rückwärts; vielzu Viele unterwegs!

*

Erkunden wollten wir an zwei unserer Urlaubstage a) das sog. Sissi-Schloss in Gödöllő, zirka 30 Kilometer von Budapest entfernt, und b) die Basilika von Esztergom auf dem dortigen Burgberg, direkt an der slowakischen Grenze.

Beide Aufenthalte sind per Zug bequem erreichbar - überhaupt: Der Fern- und Nahverkehr in Budapest, und wahrscheinlich nicht nur dort in Ungarn, ist geradezu beneidenswert; alles ist aufeinander ab- und eingetaktet, es gibt (in der Stadt) vier Metro-Linien, eine traditionelle S-Bahn und zig Tram-, Bus- oder O-Bus-Linien; zumal können Rentnerinnen und Renter (auch aus der EU sowie der Schweiz) den ÖPNV und Fernverkehr, außer internationale Züge, kostenfrei nutzen, die Vorlage des Personalausweises reicht da völlig aus, falls kontrolliert würde.

Nach Gödöllő und Esztergom ging's mit dem Regionalzug; beides schnell, modern und superpünktlich - ein Genuss auf diese Art zu reisen, vergleicht man das mit der unsäglichen Unpünktlichkeit der meisten Züge in dem daueranfälligen Deutsche-Bahn-Netz.

Wir hatten diesmal keinen Reiseführer dabei und verließen uns (erstmals, seitdem wir durch Europa kutschieren) auf ChatCBT, um verlässliche Infos rund um unsern Kurzurlaub zu bekommen, und unsere Eingangsfrage war daher, welche nahen oder am nächsten gelegenen Ausflugsziele es für Budapest geben würde; prompt wurden Gödöllő und Esztergom von der KI empfohlen:


"Das Besondere an Gödöllő ist das Königliche Schloss Gödöllő, das größte Barockschloss Ungarns, das als beliebte Sommerresidenz und Rückzugsort für Kaiserin Sisi (Elisabeth von Österreich) und Kaiser Franz Joseph I. bekannt ist und ihr eine Flucht vor dem Wiener Hofzeremoniell ermöglichte. Das Schloss, auch als 'ungarisches Versailles' bekannt, bietet ein authentisches Erlebnis des kaiserlichen Lebens, mit restaurierten Suiten und einem gut erhaltenen Barocktheater, während der weitläufige Park mit alten Bäumen und einzigartiger Flora zum Spazierengehen einlädt." [...] Es "bot Sisi Freiheit und eine ungezwungene Atmosphäre, im Gegensatz zu der strengen Etikette des Wiener Hofes. Hier verbrachte sie oft lange Monate, pflegte ihre Leidenschaft für Pferde und Jagden und gewann das Vertrauen des ungarischen Adels." Auch verbrachte sie hier "mehr Zeit als in Schönbrunn und nutzte die Zeit für Spaziergänge, Lesen, Sprachenlernen und Schreiben..."



Das ist der 1882 erbaute (und 2011 rekonstruierte) Königliche Wartesaal unweit des "normalen" Bahnhofes in Gödöllö | Foto: Edward John Semon


So war das also mit der Sissi - und um erst einmal dorthin, also nach Gödöllő, und später auch wieder von dort zurück nach Wien zu gelangen, wahrscheinlich mit der Eisenbahn, wurde ein Bahnhof mit einem entsprechenden Wartesaal gebaut; das war ein freistehendes Gebäude für die ausschließliche Nutzung durch die königliche Familie - ein Krönungsgeschenk des ungarischen Staates an Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth im Jahr 1867. Für sie wurde ursprünglich ein provisorischer Holzpavillon im Tiroler Stil errichtet. Dieser wurde aber 1882 durch den heutigen sog. Königlichen Wartesaal [s. Foto oben] ersetzt, der im Stil der Neorenaissance mit einer Porte cochère auf ionischen Säulen und einer Kuppel errichtet wurde. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs brannte er ab. Erst 2011 wurde er nach den alten Bauplänen von 1882 rekonstruiert. Heute dient das architektonische Juwel als Museum und Veranstaltungssaal für Hochzeiten, Konzerte oder Konferenzen.



Das ist die Kuppelansicht der Basilika von Esztergom (aus der Froschperspektive)
Foto: Edward John Semon


Tags darauf fuhren wir dann nach Esztergom:

Die auch als Gran bekannte Stadt zählt zu den ältesten Städten Ungarns und war einst die Hauptstadt und das geistige Zentrum des Landes - hier wurde anno 1000 der erste ungarische König, der Hl. Stefan I. (969-1038), gekrönt; er christianisierte das Land durch seine Heirat mit Gisela von Bayern und band es dadurch fest an Westeuropa; auch galt und gilt er als zentrale Figur der ungarischen Geschichte, und der ungarische Nationalfeiertag (20. August) gedenkt vor allem ihm.

Esztergom ist berühmt für seine Basilika Mariä Himmelfahrt und des Heiligen Adalbert [s. Foto oberhab], der größten Kirche Ungarns und dem Sitz des ungarischen Primas. Ihre reiche Geschichte als mittelalterlicher Königssitz und wichtige Festung (auch unter osmanischer Herrschaft) sowie ihre Lage an der Donau, die sie mit der Slowakei verbindet, machen sie bis heute so besuchenswert - man braucht vom Bahnhof bis zu ihr zirka 45 Minuten Fußweg, und dort angelangt, kann man zur Kuppel hoch mit einem Fahrstuhl gelangen, und kurioserweise befindet sich dort oben ein Café, von dem aus die Sicht zur Donau hinunter mit der Brücke hinüber zur Slowakei einfach grandios ist!

* *

Ja und dann ließen wir es uns trotzdem nicht nehmen, am letzten Tag den einen oder anderen Hotspot von Budapest noch einmal "anzugehen"; beispielsweise die legendäre grüne Margaretenbrücke [s. Foto unten]...

Und apropos Eiseskälte: Zum gelegentlichen Aufwärmen taugen natürlich auch die 20 legendären Thermal- und Heilbäder der Stadt; wir waren beispielsweise im Rudas Bad und wärmten uns da sehr genüsslich auf.



Blick auf die grüne Margaretenbrücke in Budapest | Foto: Edward John Semon



Andre Sokolowski - 7. Januar 2026
ID 15637
Weitere Infos siehe auch: https://www.budapestinfo.hu/de


https://www.andre-sokolowski.de

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